Anlageklassen (Folge 2): Aktienanleihe

Von Jürgen Lutz – IFRAS

Verwandte Begriffe: Aktie, Anleihe

Um was geht‘s? Aktienanleihen sind eine Mischform aus Aktien und Anleihen. Sie geben dem Anleger am Ende ihrer Laufzeit das Recht auf eine vergleichsweise hohe Zinszahlung. Im Gegenzug trägt der Anleger ein Risiko: Unterschreitet der Aktienkurs ein bestimmtes Niveau, erhält er nicht den Nennwert der Anleihe zurück, sondern eine bei der Emission der Aktienanleihe festgelegte Anzahl von Aktien. Sind die Zinseinnahmen geringer als der Kursverlust der Aktien bis zum Stichtag, entsteht unter dem Strich ein Verlust.

Was bringt’s? Unabhängige Finanzexperten wissen: Aktienanleihen sind in erster Linie ein Geschäft für den Emittenten. Denn sinkt der Aktienkurs unter den Schwellenwert, lädt die Bank die Aktien, wie vereinbart, beim Anleger ab. Steigt der Aktienkurs jedoch deutlich, freut sich der Emittent selbst über den Kursgewinn. Dann zahlt er eine zwar ordentliche Verzinsung, doch der Anleger hätte mehr davon gehabt, wenn er die Aktie statt der Aktienanleihe gekauft hätte. Somit rentieren sich Aktienanleihen vor allem in Seitwärts-Märkten. Eine sinnvollere Alternative könnten hier Discount-Zertifikate sein.

Wie investieren? Aktienanleihen sind keine echten Anleihen, sondern Zertifikate, die sich an einem Basiswert, sprich einer Aktie, orientieren. Sie unterliegen dem Insolvenzrisiko des Emittenten. Solche Produkte werden von Banken gern beworben: HSBC etwa bietet mehr als 5.000 Aktien- und Indexanleihen an. Dass sich diese Produkte kaum rentieren, gibt die Bank zu: Einem möglichen Verlust von bis 50 Prozent bei einer DAX-Anleihe (WKN: TT0DT7) steht im optimistischen Fall ein Gewinn von 3,8 Prozent nach Kosten gegenüber.

Was bleibt? Auf Kapitalerträge müssen Investoren die Abgeltungssteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidarzuschlag zahlen – also 26,38 Prozent. Eventuelle Verluste sind mit allen anderen Kapitalerträgen verrechenbar.

Ertrag: 2 bis 3 von maximal 5

Risiko: 3 bis 5 von maximal 5

Die interne Verlinkung der Artikel erfolgt zum Abschluss unserer etwa 30-teiligen Serie.

Urheberrecht: IFRAS / Jürgen Lutz

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